Wolfgang und ich wünschen euch einen schönen und gesegneten Sonntag! Wir haben Ferienzeit im Baselbiet, und mittlerweile ist es sommerlich warm. Wir hatten Wolfgangs Kinder und Grosskinder über mehrere Tage hin zu Besuch. Gefreut hat mich, dass die Zweijährige im Schwimmbad die «grosse» Wasserrutsche rutschen wollte. Wie sie entschlossen, mit ihren kurzen Beinen, Stufe um Stufe die etwa 6m hohe Treppe erstiegen hat. … Ich kann mich erinnern, dass ich als kleines Kind auf dem Spielplatz eine grosse Rutsche aus Stahlrohren – statt der kleinen Rutsche aus Kunststoff – rutschen wollte, und mich sehr überwinden musste. Es hat zwei oder drei Tage gebraucht, bis ich es konnte. Ängste sind schon sehr unterschiedlich verteilt 🙂
Heute und am nächsten Sonntag feiere ich Gottesdienste in Liestal und Seltisberg. Jetzt im Juli machen wir als Pfarrteam eine Ferien-Predigtreihe: Was hat das, was wir in den Ferien tun, mit dem Glauben gemeinsam? Ich predige über die Gemeinsamkeiten von Glauben und Schwimmen – und wir stellen euch die Predigt dann gern zum Nachhören bereit.
Wolfgang und ich haben das (biblische) Buch der Klagelieder übersetzt, das die Zerstörung Jerusalems (587 v. Chr.) beweint. So viel Schmerz, so viel Zerstörung. Und gleichzeitig ist das Lied Ausdruck einer tiefen und zarten Verbundenheit mit Gott, die sich auch dann nicht löst, als Gott die Zerstörung nicht (mehr) hindert.
Es beschäftigt mich, dass ein Land vollkommen zerstört und besetzt wird, und dass trotzdem nicht Schluss ist. Gottes Treue zu seinem Weg mit Israel bleibt, und Israel weiss darum.
Was vergeht und was bleibt, auch in Zeiten der Zerstörung? Wir erleben meines Erachtens den Niedergang Europas. Europa war griechisch-römischer und jüdisch-christlicher Kulturraum. Rechtsverständnis und Menschenbild waren unser grosses und besonderes Gut. Das verändert sich nun, und ich vermute, dass in diesen Jahrzehnten eine Kultur zu Ende geht. Gott hat nicht versprochen, «die Kultur Europas» zu bewahren. Darin liegt eine Unterschied zu der Treue, die Gott seinem Weg mit Israel versprochen hat.